Ausstellung: Der Rodensteiner und das wilde Geisterheer

 

Faszinierende alte Ansichtskarten, Speisekarten, Bierkrüge, Weingläser, Filme, Bücher und viele andere Gegenstände mit Rodenstein-Motiven aus der Sammlung von J. Göttmann (Fr.-Crumbach) und

Hans Peter Trautmann (Beerfurth)

 

Eröffnung am 29. April 2018 um 14:00 Uhr

Musikalische Begleitung durch Jens Horn und Holger Fehr

 

Die Ausstellung ist zu sehen vom 29. April bis zum 31. Mai (Fronleichnam) samstags und sonntags, sowie an den Feiertagen jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr. 

                                                                                           


Erschienen im Odenwälder Echo

Konzentration auf den Rodenstein

Von Gerhard Grünewald

HEIMATMUSEUM Trägerverein verfolgt mit seiner Schaustätte in Fränkisch-Crumbach ein neues Ziel

FRÄNKISCH-CRUMBACH - Ein ins Ortszentrum ragender markanter Altbau mit mächtigem Kellersockel und auffälligem Sandsteinportal, über der eine Gravur von der Nutzung des Gebäudes überzeugt. Das Heimatmuseum Rodenstein ist in Fränkisch-Crumbach nicht zu übersehen. „Hineingeschaut aber haben in den vergangenen Jahren immer weniger Leute“, bedauert der Vorsitzende des Trägervereins, Claus Fittschen. Deshalb bleibt das Haus nun schon seit anderthalb Jahren geschlossen.

Allerdings steht die Betriebsruhe nicht für die Aufgabe der Schaustätte, sondern für den Ansatz zu deren Erneuerung. „Statt das weitere Siechtum einfach hinzunehmen, wollten wir lieber eine Zeit lang auf die Öffnung zu verzichten, um etwas Grundlegendes für unser Museum zu tun“, beschreibt Fittschen die Ausgangslage. Und am Schaffen sind die Mitglieder seitdem mit neuer Intensität – und das gedanklich wie mit ihrer Hände und Köpfe Arbeit.

 

  • IM DETAIL

In der Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein engagieren sich etwa 100 Mitglieder für die Schaustätte, aber auch für die namensgebende Burgruine und die Bewahrung der Ortsgeschichte. So lange das Museum geschlossen bleibt, versuchen sie, das Interesse daran mit Sonderveranstaltungen aufrecht zu erhalten. Hier werden für das laufende Jahr mehrere Ereignisse vorbereitet. Wer Näheres über Verein und Museum erfahren will, findet einen Ansatzpunkt im Internet: https://heimatmuseum-rodenstein.jimdo.com. (gg) 

 

Seit dem Entschluss, etwas zu ändern, muss nämlich alles im Museum im wörtlichen Sinne angepackt werden: „Für eine Neuordnung unserer Schaustätte müssen wir erst einmal wissen, was wir überhaupt haben“, sagt der Vorsitzende. Also haben sich die Fränkisch-Crumbacher ins Sichten und Archivieren gestürzt – auch in der Erkenntnis, dass daraus auch ein Aussortieren werden musste. Denn die bisherige Unüberschaubarkeit stand ein Stück weit auch für Beliebigkeit.

Alleinstellungsmerkmal, das mit dem Standort verbindet

„Wir hatten reichlich altes Handwerkszeug und altes landwirtschaftliches Gerät. Aber so richtig gewirkt hat das bei uns nie“, analysiert Fittschen und macht publik, dass sich der Verein inzwischen von vielen dieser Schätze getrennt hat. „Die gehören in ein Museum, das diesen Themenkreis umfassend beleuchtet“, weiß der Vorsitzende und denkt an den Gruberhof in Groß-Umstadt, der einiges von der Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein geerbt hat. Zugleich haben sich dessen Aktive klargemacht, was sie mit ihrer Schaustätte wollen.

 

 

Zugutegekommen ist ihnen dabei die Bereitschaft, externen Rat zu suchen und den Hessischen Musuemsverband einzuschalten. „Seither helfen uns Wolfgang Fritsch aus Ginsheim-Gustavsburg und Hanno Broh aus Kassel bei der Ausformung unserer Museumszukunft“, berichtet Fitschen. Gemeinsam mit diesen Kapazitäten sind die Fränkisch-Crumbacher zu dem Schluss gekommen, dass vor allem eines ihrem Museum Sinn und Zuspruch sichern kann: ein Alleinstellungsmerkmal, das unverwechselbar mit dem Standort verbunden und der Identifikation ebenso dienlich ist wie einer touristischen Vermarktung. Genau danach musste im oberen Gersprenztal nicht lange gesucht werden, zumal der Verein die Lösung bereits im Namen trägt: den Rodenstein. Es ist die Burgruine auf halber Strecke zwischen Fränkisch-Crumbach und den westlichen Ausläufern Reichelsheims, für die der Ort berühmt ist, deren Besonderheiten sich aber an Ort und Stelle nur schwer darstellen lassen. Genau hier soll das neue Rodensteinmuseum einspringen. „Wir haben zwar ausgerechnet von der Burg nur wenige Fundstücke, doch finden sich bedeutende Zeugnisse der Rodensteiner unmittelbar bei unserem Museum in der evangelischen Kirche“, erklärt Fittschen. Hier könne das Museum den erklärenden Part für Besichtigungen im Gotteshaus übernehmen – und vor allem die besondere Aura des historischen Gemäuers herausarbeiten. Die nämlich beruht auf den Sagenschatz rund um das Wilde Heer, der mit der zunehmenden Identifikation mit den Rodensteinern im 19. und frühen 20. Jahrhundert deren Burg internationale Berühmtheit eintrug. „Gerade die Darstellung der Literatur und ihrer Hintergründe ist von einem Museum bestens zu leisten und kann diesem besonderen Wert geben“, ist sich Fittschen sicher, dessen Interessengemeinschaft deshalb einen Förderantrag beim Hessischen Museumsverband gestellt hat. Ein etwa hälftiger Zuschuss zu erwarteten Gesamtkosten von 100 000 Euro für ein modernes kommunikatives Museum würde es dem Verein möglich machen, sein Vorhaben anzugehen und Fränkisch-Crumbach ein Museum zu geben, das mit dem Rodenstein als Hauptbezug und der Charakterisierung weiterer Figuren der Ortsgeschichte als Ergänzung die Besonderheit der Gersprenztalgemeinde herausarbeitet, deren lange Zeit autarke Geschichte ihr Selbstbewusstsein bis heute prägt.