Ausstellung: Der Rodensteiner und das wilde Geisterheer

 

Faszinierende alte Ansichtskarten, Speisekarten, Bierkrüge, Weingläser, Filme, Bücher und viele andere Gegenstände mit Rodenstein-Motiven aus der Sammlung von J. Göttmann (Fr.-Crumbach) und Hans Peter Trautmann (Beerfurth) 

Die Ausstellung ist zu sehen jeden Samstag und Sonntag im Mai 2018

sowie an  den Feiertagen, Pfingstmontag (21. Mai) und Fronleichnam( 31. Mai)

jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr. 

                                                                                           


Ausstellungseröffnung

Eröffnung der Ausstellung  von Rodenstein Sammelobjekten in Fränkisch-Crumbach

Am 29. April eröffnete das Heimatmuseum Rodenstein seine Ausstellung von Sammelobjekten mit Rodenstein-Motiven unter so großem Publikumsinteresse, dass die Räumlichkeiten kaum ausreichten.  Zunächst leiteten die Gitarristen Jens Horn und Holger Fehr mit großartig vorgetragenen jazzigen Melodien die Veranstaltung ein.  Nach Begrüßungen durch den Vorsitzenden des Museumsvereins Claus Fittschen und Bürgermeister Engels trugen die beiden Musiker zusammen mit Hermann Könen, Claus Fittschen und Karl-Heinz Mittenhuber  von letzterem getextete swingende Songs  „Ja so war‘n die Herrn von Rodenstein“ und den „Rodenstein Swing“ nach bekannten Melodien vor. Anschließend gab Jürgen Göttmann einen Einblick in seine Motivation sowie die seines Sammlerfreundes Hans-Peter Trautmann, deren Herz seit ihrer Kindheit für den Rodensteiner schlägt. Die über 100 Exponate hinterließen eine klare Sprache:  Der Rodensteiner war eine Sagengestalt, die im 19. Jahrhundert viele Schriftsteller und Dichter des deutschsprachigen Raumes bewegte, darunter August Friederich Langbein und Karl Schindler, zwei heute vergessene, damals jedoch überaus beliebte Autoren.  Später prägte natürlich Joseph Viktor von Scheffel  mit seinen Gedichten das Bild des trinkfreudigen „Herrn von Rodenstein“, das auch in der Ausstellung aufgegriffen wurde.  Seine Verse wurden später vertont und die resultierenden Lieder werden bis heute von Studentenvereinigungen an allen deutschsprachigen Universitäten noch gesungen. Nicht zuletzt durch Scheffel  bekam der Name des Rodensteiners eine erhebliche Verbreitung als Werbeträger: So machte Firma Kupferberg mit der Abbildung des Rodensteiners  Reklame für ihren Sekt „Kupferberg Gold“, und Weinflaschen der Kellerei Schlitz aus Mainz trugen die Aufschrift „Rodensteiner Willkumm“  Auch Ansichtskarten von Gaststätten in Eisenach und Innsbruck warben mit Bildern des trinkenden „Herrn von Rodenstein“. Bemerkenswert, aber in diesem Zusammenhang ebenfalls erklärlich war die Produktion von Bierkrügen bei Firmen Villeroy und Boch und Weingläsern bei Rosenthal mit einem Rodensteiner-Motiv.  Im zwanzigsten Jahrhundert bearbeitete Werner Bergengruen die Sagen des oberen Gersprenztales in seinem „Buch Rodenstein“. Eine Tonaufnahme von einem Vortrag aus dem Buch war ein bemerkenswertes Dokument in der Ausstellung.  Noch heute gibt es viel Begeisterung für den Herrn von Rodenstein auch unter Besuchern von außerhalb. So war bei der Eröffnung auch der Künstler und Schriftsteller Rolf Meisinger aus Mannheim zugegen, der dem Museum zur Eröffnung der Ausstellung ein Gemälde mit seiner Interpretation vom „Wilden Heer“ des Rodensteiners schenkte. Meisinger schreibt Bücher und Artikel in russischer Sprache über deutsche Sagen, sowie über Sagengestalten auf Geldscheinen und Münzen, was in Russland großes Interesse findet.  Auch pilgern Studenten  zweier studentischer Vereinigungen aus der Schweiz, die „Sängerschaft der Rodensteiner“, Zürich, und die „Studentische Vereinigung Die Rodensteiner“ Fribourg, regelmäßig zur Burgruine. Eine Gruppe von sieben Studenten der Sängerschaft besuchten gerade in der letzten Woche den Rodenstein und Fränkisch-Crumbach und nahmen dabei auch die Ausstellung in Augenschein.