Jahreshauptversammlung 7. März 2018

 

Nach dem Gedenken an verstorbene Mitglieder gab der 1. Vorsitzende Claus Fittschen einen Rückblick auf die Vereinsaktivitäten im Jahr 2017. Obwohl das Museum wegen Arbeiten im Rahmen der Museumserneuerung für reguläre Besuche geschlossen ist, wurden die Tore für vier sehr gut besuchte Veranstaltungen geöffnet:

- Da gab es an Ostern die Ausstellung von Ostereiern, wunderschön bemalt von Irmgard Bangert aus Fränkisch-Crumbach.

- In der „Nacht der Museen“ ging es im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins Museumsstraße Odenwald-Bergstraße um Texte und Lieder zum Thema „Wildes Heer“

- Zur Kerb wurde eine Ausstellung mit alten Crumbacher Hochzeitsbilder gezeigt.

- Auf dem Weihnachtsmarkt fand das Burgmodell Rodenstein, jetzt mit selbstnavigierender Begehung, sowie regional geschichtliche Filme ein begeistertes Interesse.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Stand der Museumserneuerung.  Das Rahmenkonzept, das in groben Zügen das geplante Museum beschreibt, ist beim Hessischen Museumsverband eingereicht. Die Entscheidung über die finanzielle Unterstützung wird im April erwartet.

Das Konzept thematisiert schwerpunktmäßig als Dauerausstellung

- die Rodensteiner und ihre Burg,

- die Rodensteinsagen und deren Behandlung in der deutschsprachigen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts,

- die weiteren Adelsfamilien Crumbachs, sowie bedeutende lokale Handwerke und Familien.

Im Rahmen der Erneuerung des Museums sollte auch ein neuer Name her, denn „Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein e.V.“  klingt für heutigen Geschmack etwas lang und umständlich. Alle waren sich einig: Der Verein wird sich kurz und bündig „Rodensteinmuseum e.V.“  nennen.

 

Als weiterer Punkt wurde auf die bevorstehende Ausstellung der reichhaltigen Sammlungen von Jürgen Göttmann und Peter Trautmann von Objekten mit Darstellung und Bezug zu den Rodensteinern hingewiesen und auf die Neuauflage des Buches Rodenstein von Werner Bergengruen.

Im zweiten Teil des Abends kamen die Besucher in den Genuss eines spannenden, aufschlussreichen Referates  von Herrn Claus Kropp, dem Leiter des Freilichtlabors Lauresham vom Kloster Lorsch.  Im Rahmen seines Studiums der Archäologie hat Claus Kropp seine Magisterarbeit mit dem Titel „Die Rodensteiner – neue Erkenntnisse zu einem herausragenden Adelsgeschlecht des Odenwaldes.“ angefertigt und über dieses Thema ging auch sein Referat.

Es geht um den Zeitabschnitt zwischen 1300 und 1500, eine Zeit in der der Name °Herren von Crumbach“ nicht mehr auftaucht, dafür jedoch  die Rodensteiner Erwähnung finden. Die Brüder Rudolf und Friedrich von Crumbach nennen sich ab 1256 von Rodenstein. Claus Kropp bezieht sich bei seiner aufwendigen Spurensuche ausschließlich auf schriftliche Überlieferungen, auf  epigrafische und archäologische Quellen. 

Er  beleuchtet das Selbstverständnis und die Handlungsspielräume der kleinen reichsunmittelbaren Herrschaft Rodenstein im Spannungsfeld der angrenzenden Herrschaft der Kurpfälzer, der Schenken von Erbach und der Grafen von Katzenelnbogen. Als Puffer zwischen den genannten Herrschaftsbereichen wussten die Rodensteiner ihr Familienbewusstsein, ihre Bezugsfelder strategisch zu wahren.

Die Rodensteiner hatten in dieser Zeit Besitztümer in weiten Bereichen Südhessens, wie Namen in Bensheim und anderen Orten erkennen lassen. Eine Seitenlinie der Rodensteiner gab es in Oberhessen die sich von Rodenstein und Lißberg nannten. Als es in dieser Linie keinen männlichen Nachkommen, sprich Erben gab, verheiratete man 1452 die 14-jährige Anna von Lißberg mit dem 53 jährigen Hans III von Rodenstein, „unserem“ Junker Hans, dessen schöner Epitaph in der Evangelischen Kirche zu sehen ist. Damit waren die beiden Rodensteiner Linien wieder vereint, verbunden mit einem Machtzuwachs der Rodensteiner.

 

Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen und fand mit einer lebhaften Diskussion seinen Abschluss.

 

 

 

 

 


Mitgliedschaft

Werden Sie bei uns Mitglied und helfen Sie uns, das Museum auf einen neuen Stand zu bringen!

 

Wir wollen dem Rodensteinmuseum ein neues Gesicht verpassen und gleichzeitig die Besonderheiten Fränkisch-Crumbachs in den Fokus rücken.

 

Klicken Sie auf Beitrittserklärung und drucken Sie das Formular aus. Bitte lesen Sie unsere Richtlinie zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten und geben Sie dann das ausgefüllte Formular bei Ernst Otto Nehrdich oder Claus Fittschen ab (siehe Kontaktdaten auf der Kontaktseite). 


Vorstandssitzungen

Vorstandssitzungen finden üblicherweise am ersten Mittwoch des Monats.

 

Die nächste Vorstandssitzung (nach der Jahreshauptversammlung) findet am 5. September 2018 statt. Ort wird noch bekannt gegeben.